IM-Studie Einlagengeschäft: 76 Prozent der Kunden finden den Einlagenzins ihrer Hausbank unattraktiv

  • 84 Prozent der Kunden wurden im letzten Halbjahr nicht zu Sparzinsen kontaktiert
  • Dominanter Kundenwunsch bei Einlagen bleibt die tägliche Verfügbarkeit
  • Deutsche Bank, Direktbanken und FinTechs aus Kundensicht am attraktivsten

 

Frankfurt am Main, 11. März 2026. Die große Mehrheit der Kunden in Deutschland ist mit der Zinspolitik ihrer Hausbank unzufrieden: Nur 24 Prozent halten die Verzinsung ihrer Einlagen für attraktiv, 76 Prozent beurteilen sie negativ. Mit ein Grund für die Unzufriedenheit ist die Informationspolitik der Finanzinstitute, nur 16 Prozent der Kunden wurden in den vergangenen sechs Monaten auf Sparzinsen angesprochen. „Die Banken lassen ein wichtiges Instrument zu Kundenbindung ungenutzt“, so Oliver Mihm, CEO von IM.

Für die repräsentative Online-Erhebung befragte die auf den Finanzmarkt spezialisierte Managementberatung Investors Marketing (IM) insgesamt 2.466 Bankkunden in Deutschland zu ihrem Finanzverhalten. Noch am besten schnitt bei dieser Umfrage die Deutsche Bank ab, 38 Prozent ihrer Kunden fanden demnach die Einlagenpolitik attraktiv, 14 Prozentpunkte mehr als der Durchschnitt (siehe Grafik). Dafür bildet die Konzerntochter Postbank zusammen mit der Targobank das Schlusslicht, nur jeweils 17 Prozent sind mit der Zinspolitik zufrieden. Ebenfalls schlechter als der Durchschnitt schneiden die Sparkassen ab mit nur 20 Prozent Zustimmungsrate.

Am oberen Ende der Attraktivitätswahrnehmung befinden sich dagegen noch die Direktbanken und Fintechs sowie die ING. Doch selbst bei diesen Banken halten nur rund ein Drittel der Kunden die Zinspolitik für attraktiv.

 

Die Unzufriedenheit der Kunden bezieht sich jedoch nicht nur auf die Höhe des Einlagenzinses, sondern offensichtlich auch auf die Informationspolitik der Institute. So haben in den vergangenen sechs Monaten die Direktbanken und Fintechs 26 Prozent ihrer Kunden bezüglich der Guthabenzinsen angesprochen, bei der Deutschen Bank lag dieser Wert bei 24 Prozent, bei der ING bei 19 Prozent (siehe Grafik).

Damit liegen diese drei Banken an der Spitze, genau wie bei der Attraktivitätswahrnehmung. „Es ist offensichtlich, dass die Kunden es zu würdigen wissen, wenn sie aktiv und wertschätzend informiert werden von ihrer Bank“, sagt IM-CEO Oliver Mihm. „Umso unverständlicher ist es, dass im Schnitt gerade mal 16 Prozent der untersuchten Institute ihre Kunden im Laufe von sechs Monaten kontaktieren“.

 

Zumal die Kunden nicht nur über die Höhe eines Einlagenzinses informiert werden möchten. Deutlich im Vordergrund des Kundenwunsches steht die tägliche Verfügbarkeit der Einlagen. So sparen 49 Prozent der Bankkunden auf Tagesgeldkonto und/oder auf dem Girokonto (45 Prozent), wenn sie Ende des Monats Geld zurücklegen wollen. Andere Formen der Geldanlage wie Wertpapiere, Sparbuch, Lebensversicherungen oder etwa Edelmetalle spielen eine untergeordnete Rolle (siehe Grafik). Das wichtigste Ziel beim Sparen ist passend dazu auch bei 57 Prozent der Befragten das Sparen für Notfälle.

„Für die Kunden bleibt Verfügbarkeit der dominante Bedarf beim Sparen oder Anlegen“, sagt IM-CEO Oliver Mihm. „Banken, die das berücksichtigen und ihre Kunden aktiv zu Zinsen und Angeboten informieren, werden in Zukunft vorne bei der Attraktivitätswahrnehmung sein“.

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